Buchempfehlung: Jetzt rocke ich meine Finanzen selbst! 5


finanzrockerEs ist nun genau 5 Stunden her, dass ich „Jetzt rocke ich meine Finanzen selbst!“ von Daniel Korth* als Kindle eBook gekauft habe. Ich hatte es mir schon mehrmals vorgenommen, dann aber immer wieder hinten angestellt. Heute kann man fast sagen, dass ich das bereue. Erst durch ein heute auf Moosparade veröffentlichtes Interview mit dem Autor bin ich wieder darauf gestoßen worden und habe es direkt gekauft. Eigentlich hatte ich vor es Schrittweise über das Wochenende zu lesen, auch wenn es mit 93 Seiten nicht sonderlich „dick“ ist. Ein mal angefangen habe ich mein Kindle jedoch nicht mehr aus der Hand gelegt. Das lag vor allem daran, dass es sich nicht einfach um trockene Finanzlektüre handelt. Vielmehr erzählt es eine Geschichte, in der man sich leicht wiederfinden kann und die es schafft auf unterhaltsame Weise Wissen und Verständnis für die behandelten Themen zu vermitteln. Ich habe schon viele Finanzratgeber gelesen und durch einige habe ich mich regelrecht durch quälen müssen um an das Wissen zu gelangen. Hier war das nicht der Fall. Es ist eines dieser Bücher die man gerne ließt und das man auch gerne weiterempfiehlt. Besonders an Menschen von denen man weiß, dass sie ein trockenes Buch über Finanzen einfach nur abschrecken würde.

Der Autor

Daniel Korth dürfte vielen meiner Leser schon als „Finanzrocker“ von seinem gleichnamigen Blog bekannt sein. Ein Link zu seinem Blog findet sich schon seit den ersten Wochen in meiner Blogroll. Und das nicht ohne Grund. Ich selbst zähle mich seit einigen Monaten zu seinen Lesern und seit ein paar Wochen lausche ich auch jedem seiner Podcasts. Im vergangenen Jahr gewann er mit seinem Blog den SMEIL Award und legte kurze Zeit später mit einem zweiten Platz beim .comdirect Finanzblog Award nach. Auf seiner „Über mich“ Seite bekommt man noch ein paar mehr Eindrücke.

Das Buch

Jetzt rocke ich meine Finanzen selbst!*“ ist das erste und bisher einzige Buch des Finanzrockers und er erzählt darin seine persönliche Geschichte. Er erzählt davon, wie er (wie so viele junge Menschen) ohne besondere finanzielle Bildung das Elternhaus verlässt und sich als Student beginnt durchzuschlagen ohne dabei ein besonderes Augenmerk auf seine Finanzen zu richten. Er erzählt von seinen ersten Kontakten zu Bankberatern und der späteren Erkenntnis, dass sie doch viel mehr „Bankverkäufer“ sind. Man erfährt, wie sich in ihm über lange Zeit die Wut und Enttäuschung über dieses System aufbaut und wie er beginnt sich selbst um seine Finanzen zu kümmern. Dabei teilt er gesammeltes Wissen leicht verständlich und geht auf die vielen kleinen, ersten Schritte ein die man gehen muss und klärt über Stolpersteine auf.

Was gefällt?

Der Finanzrocker schafft es in seinem Buch auf beeindruckende Weise seine persönliche Geschichte zu erzählen und dabei in jedem Kapitel das finanzielle Verständnis des Lesers zu steigern. Als sehr positiv habe ich empfunden, dass die wichtigsten Fachbegriffe gleich zu Beginn erst mal aufgegriffen und in kurzen Sätzen erklärt werden. So muss sich der Leser nicht wie bei vielen vergleichbaren Büchern an entsprechenden Textstellen vom Inhalt lösen und hinten nachschlagen, sondern kann im Fluss weiter lesen. Auch die am Ende jedes Kapitels stehende Zusammenfassung der gelernten Inhalte (ganz dem Stil des Blogs entsprechend „Soundcheck“ genannt) tragen stark dazu bei.

Auch der immer wieder dezent eingebrachte Humor passt einfach perfekt. Zu keiner Zeit hat man beim Lesen das Gefühl, dass hier etwas gezwungen witzig erscheinen soll. Bei jedem neuen geschilderten Treffen mit einem Bankverkäufer schwingt dann auch ein bisschen Spannung mit, was denn das Ergebnis des Gesprächs sein wird und erkennt im Autor dann letztendlich einen kleinen Helden des Alltags, als er das erste mal bei einem Verkaufsgespräch standhaft bleibt und die Verkäuferbande dumm im Regen stehen lässt.

Hat man dieses kleine Buch nun durchgelesen, hat man nicht das Gefühl zu wenig Informationen erhalten zu haben. Wer mit dem Wunsch an dieses Buch herangegangen ist, sich endlich selbst um seine Finanzen zu kümmern, hat genau das bekommen was er gebraucht hat. Kompakt, unterhaltsam, lehrreich. Und das alles ohne zu überfordern. Zugleich werden genug weiterführende Bücher und Artikel verlinkt für jeden, der sich dazu hat motivieren lassen etwas tiefer zu graben.

Leser die sich mit diesen Themen bereits länger beschäftigen werden wohl nicht sehr viele neue fachliche Informationen erhalten. Ich persönlich hatte dennoch meine Freude daran Daniels Geschichte zu lesen und habe mich gut unterhalten gefühlt. An vielen Stellen habe ich mich einfach köstlich amüsiert weil ich mich selbst als junger Berufseinstieger und Börsen-Neuling im Text wiederentdeckt habe und konnte mich darüber freuen, dass ich nicht der einzige Dumme war. Zudem hat es mir natürlich auch gefallen meine Ansichten mit denen des Finanzrockers vergleichen zu können.

Was fehlt?

Ich kann nicht behaupten, dass dieses Buch etwas schuldig geblieben ist. Ich denke es hat genau den Zweck erfüllt den es angetreten ist zu erfüllen. Natürlich könnte man sich nun darüber beklagen, dass es nicht tiefgreifend genug ist und häufig auf andere Informationsquellen verwiesen wird, aber das wäre nicht richtig. „Jetzt rocke ich meine Finanzen selbst!*“ behauptet an keiner Stelle der ultimative Finanzratgeber zu sein. Dafür ist der Themenkomplex auch viel zu groß. Was ich an dieser Stelle jedoch sagen kann ist, dass ich mir wünsche jeder junge Mensch würde es vor seinem ersten Bank-/Versicherungsgespräch lesen. Es würde viel Geld und Kummer sparen.

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5 Gedanken zu “Buchempfehlung: Jetzt rocke ich meine Finanzen selbst!

  • Mr W von whatlifecouldbe.eu

    Danke für dein Review!
    Wir haben auch unsere geschichten mit Finanzberatern und Versicherungsmakler 🙂 und werden es bald mit euch teilen. Es ist wirklich unglaublich wie viel Müll die verkaufen. Die ganze Branches grenzt an Abzockerei…
    Wir müssen echt Zeit finden mehr zu schreiben.

    • Chris

      Hey ich finde da habt ihr komplett Recht. Es gibt sehr viele Finanzberater die einfach nur Müll verkaufen. Ich habe aber mittlerweile sehr gute Erfahrungen mit meinem jetzigen Finanzberater gemacht. Bei denen könntet ihr bestimmt auch mal eine Beratung machen und als Post veröffentlichen.

      • Pfennigmillionär Beitragsautor

        Hi Chris,

        ich will nicht bezweifeln, dass es da draußen auch gute Finanzberater gibt. Leider ist die deutliche Überzahl aber alles andere als gut und lohnt sich noch nicht mal, wenn man den kostenlosen Kaffee in die Rendite mit einrechnet. Für mich gibt es daher keinen Grund meinen Lesern zu empfehlen sich auf die Suche nach einem Guten zu machen. Stattdessen freue ich mich über jeden Leser, der das Thema selbstständig anpackt.

        Grüße,

        Chris